REZEPTE

Farinata – Perfekter Snack zum Aperitivo

25. July 2020

Nun ist der Sommer endlich da! Und wir liefern das Rezept für den perfekten Snack, der sich mit Salame, Käse und Prosciutto mit Freunden auf der Terrasse genießen lässt.  Cin Cin, auf den Sommer!

Auch nach fast einem Jahrzehnt deutsch-italienischer Beziehung weiß Herr Pizzawürstel noch zu überraschen. Da dachte ich, mittlerweile doch recht bewandert zu sein in italienischer Kulinarik, und da stellt mein Mann eines Tages die Farinata auf den Tisch! Das dünne goldgelbe Kichererbsenbackwerk überrascht mit saftiger Konsistenz und ungewöhnlichem aber nicht aufdringlichem Geschmack. Mit Salame, Käse und Prosciutto genossen, ist die Farinata der perfekte sommerliche Appetizer.

Und da das Rezept so einfach und mit ein paar Zeilen abgehandelt ist, gibt es zunächst eine kleine Geschichtslektion.

Die Legende der Farinata

Wie alles Gute in Focacciaform kommt auch die Farinata aus Ligurien. Der Legende nach ist die Farinata fast 750 Jahre alt. Wir verdanken den Leckerbissen einer stürmischen Woche auf See und mäkeligen Sklaven:

Anno 1284: Die beiden maritimen Republiken Genoa und Pisa kämpften in der Schlacht von Meloria (Battaglia della Maloria, Meloria ist eine kleine Insel vor Pisa) um die Vorherrschaft an der Mittelmeerküste und somit um die Kontrolle des Warenverkehrs. Die Genovesen gewannen die Schlacht und läuteten so den Untergang der maritimen Republik Pisa ein. Sie versklavten die Pisani dazu, fortan die Genovesischen Handelsschiffen übers Mittelmeer zu rudern.

Litograph of the Battle of Meloria (1284) von Armanino
Lithographie der Schlacht von Meloria (1284, by Armanino)

Eines dieser Genoveser Handelsschiffe geriet auf der Rückreise aus Arabien – vollbeladen mit Kichererbsen und Öl – in einen Sturm, der mehrere Tage anhielt. Viele Fässer barsten unter der Kraft der Wellen und liefen mit Meerwasser voll. So schien nach dem Sturm ein Großteil der Ware verloren und verdorben. Die aufgeweichten Kichererbsen hatten sich mit dem Öl zu einer salzigen Pampe verbunden. Um nicht noch mehr Verluste zu machen, wurde diese Pampe den Sklaven aus Pisa zum Essen vorgesetzt. Allerdings verweigerten die Pisesi den muffigen Brei und ließen die vollen Schüsseln an Deck zurück. Doch nach wenigen Stunden sah die Sache schon anders aus: sowohl für die hungrigen Pisesi als auch für den muffigen Brei. Die getrocknete Pampe buk unter der Sonne zu einer goldenen saftigen und leicht gesalzenen Focaccia! Eccola: die Farinata war geboren.

Zurück in Genoa nahm sich ein genoveser Bäcker der Sache an und entwickelten ein Rezept aus Kichererbsenmehl, Öl und Salz. Um die Pisesi zu verhöhnen bezeichneten die Genoveser das im Holzofen gebackene goldgelbe Werk als „Oro di Pisa“ (Gold von Pisa). Heute ist das Gold von Pisa unter dem weniger gehässigten Namen Farinata bekannt.

Rezept Farinata / Oro di Pisa

Nun also zum Rezept des meerschaumgeborenen Appetizers. Mit nur wenigen Zutaten macht sich die Farinata fast von selber, doch wegen der Ruhezeit des Teiges fängt man am besten vier Stunden ehe die ersten Gäste zum Aperitivo eintrudeln mit der Zubereitung an.

Rezept für ein klassisches Ofenblech Farinata (40 x 30 cm Bleche)

  • 225 gr Kichenerbsenmehl
  • 600 ml Wasser
  • 60 ml Extravirgin Olivenöl
  • 2/3 Teelöffel Salz
  • 2 Zweige Rosmarin (optional)

Farinata: weniger ist mehr!

Das Kichererbsenmehl in eine Schüssel füllen. Wasser dazugeben und mit einem Schneebesen gut verrühren. Der sehr flüssige Teig ist klumpig, das ist aber kein Problem, denn nach der Ruhezeit werden sich die Klumpen aufgelöst haben! Die Mischung bedeckt mindestens drei Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Etwa jede halbe Stunde kurz mit dem Schneebesen verrühren.

Farinata schnell zubereiten: zusammenmischen und ruhen lassen (so verschwinden Blasen und Klümpchen), in das Blech gießen und mit Rosmarin garnieren, backen und zum Aperitivo genießen!

Ein Blech mit etwas Olivenöl bestreichen. Wer ein Aluminium- oder Kupferblech hat nimmt dieses, ein normales Ofenblech tut es aber auch. Den Ofen auf 250 Grad Celsius vorheizen.

Nach der Ruhezeit das Olivenöl und das Salz zugeben und mischen. Den flüssigen Teig in das vorgeölte Blech gießen. Die Farinata ist dann etwa einen halben Zentimeter dick – das scheint relativ dünn im Vergleich zu Focaccia oder Pizza, gehört aber so!  Nun die Farinata mit ein paar Rosmarinblättern bestreuen.

Die Farinata im unteren Teil des Ofens bei 250 Grad Celsius 12 Minuten backen. Dann das Blech auf der oberen Ofenschiene bei 200 Grad Celsius backen, bis die Farinata eine goldene Oberfläche hat – das dauert circa 15 Minuten.

Wer einen Holzofen hat backt die Farinata nach klassischem Rezept bei 300 Grad Celcius, bis sie golden ist.

Und nun: lasst’s euch schmecken.

Am besten isst man die Farinata zusammen mit Salame, Käse, Parmaschinken und dazu ein Glas Weißwein. Oder einen Spritz. Oder beides!

Cin Cin

Frau Pizzawürstel

Farinata-Aperitivo

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